BUND Kreisverband Wiesbaden

Mehr Europäische Wildkatzen in Deutschland – BUND ruft zu besonderer Wachsamkeit im Straßenverkehr auf

Die Europäische Wildkatze breitet sich in einigen Regionen Deutschlands weiter aus, wie eine aktuelle Untersuchung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) belegt. Zugleich warnt der BUND vor den Gefahren, die für die nachtaktiven Tiere besonders in der dunklen Jahreszeit vom Straßenverkehr ausgehen.

„In mehreren Regionen Deutschlands sind uns erfreuliche neue Nachweise der Europäischen Wildkatze gelungen. Neben den neuen Beobachtungen durch den BUND in Nord-, Ost- und Süddeutschland haben wir erst kürzlich vier Wildkatzen bei uns in Mittelhessen rund um Butzbach am Rand des Taunus nachgewiesen. Damit setzt sich ein Trend der vergangenen Jahre fort: Die Wildkatze scheint sich langsam weiter auszubreiten“, sagt Susanne Steib, Wildkatzen-Projektmanagerin beim BUND Hessen. „Wir rufen daher zu besonderer Wachsamkeit im Straßenverkehr auf. Denn in der dunklen Jahreszeit sind mehr Autofahrerinnen und Autofahrer unterwegs, während auch die nachtaktive Wildkatze durch ihr Revier streift. Außerdem sind viele Jungkatzen noch auf Wanderschaft. Der Straßentod ist leider nach wie vor die häufigste Todesursache der Europäischen Wildkatze.“

Vor allem in den hessischen Wildkatzengebieten wie im Taunus, Spessart, Lahn-Dill-Bergland, Vogelsberg und Hessischen Bergland ist besondere Vorsicht geboten.

Die weitere Ausbreitung der Wildkatze bringt jedoch auch Risiken für die gefährdete Tierart mit sich. Steib: „Gerade in Gebieten, in denen noch wenige Wildkatzen leben, ist jede überfahrene Katze ein harter Verlust, der den gesamten kleinen Bestand gefährden kann.“ Der BUND ruft deshalb dazu auf, in diesen Monaten besonders auf Wildwarnschilder zu achten, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten und den Straßenrand im Auge zu behalten.

 

Weitere Informationen: 

  • Der BUND setzt sich bereits seit über 15 Jahren mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ in ganz Deutschland für die Erforschung und den Schutz der Europäischen Wildkatze ein. Genaue Informationen über die neuen Wildkatzennachweise in ganz Deutschland finden Sie beim BUND Bundesverband www.bund.net/wildkatze 
  • Die Wildkatze in Hessen: https://www.bund-hessen.de/wildkatze/ 

Gartenschläfer werden munter – Naturschutz und Forschung starten Spurensuche 2020. Machen Sie mit!

Frankfurt am Main. Wenn die Gartenschläfer in diesen Wochen ihren Winterschlaf beenden, stehen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wieder bereit: Seit 2019 erforschen sie, warum die kleine Schlafmaus mit der typischen „Zorro-Maske“ vielerorts in Deutschland und Europa in dramatisch kurzer Zeit verschwunden ist. Ihr Ziel: Den Gartenschläfer als heimische Tierart in Deutschland vor dem Aussterben zu bewahren. Unterstützen können alle, die einen Gartenschläfer gesehen haben, indem sie ihren Hinweis auf www.gartenschlaefer.de eintragen. Gefördert wird das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

Erste Geheimnisse konnten die Naturschützer*innen und Forscher*innen mit ihrer Spurensuche bereits lüften. Allein in Hessen sind bereits 453 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, die während des Winterschlafs der Tiere ausgewertet wurden. Die regionalen Unterschiede fielen besonders auf: „Während wir aus Wiesbaden, dem Main-Taunus-Kreis und dem Kreis Groß-Gerau sehr viele Hinweise bekamen, erreichten uns aus Mittelhessen, der Bergstraße und dem Odenwald so gut wie keine Meldungen“, erklärt Susanne Schneider, Projektkoordinatorin beim BUND Hessen. „Dass die Unterschiede so deutlich sind, beunruhigt uns. Denn es scheint, dass der Gartenschläfer in vielen seiner ursprünglichen Verbreitungsgebiete verschwunden ist.“

Auch in diesem Jahr soll deshalb weiter geforscht und die „weißen Flecken“ auf der Verbreitungskarte geschlossen werden. Wer einen Gartenschläfer gesehen oder gehört hat, kann direkt mithelfen: Melden Sie Ihren Hinweis auf www.gartenschlaefer.de, gerne mit Foto oder Audioaufnahme. Denn nicht nur die Gesichtszeichnung mit den dunklen Ringen um die Augen ist beim Gartenschläfer unverkennbar, sondern auch seine Stimme – nachzuhören auf www.gartenschlaefer.de/geraeusche.

Obwohl der Gartenschläfer eine heimische Tierart ist, gibt es zu ihm und dem dramatischen Rückgang seiner Bestände noch viele offene Fragen: Auf welche Lebensräume ist er angewiesen? Gibt es Krankheiten, die ihm zusetzen? Wie steht es um das Nahrungsangebot? Und vieles mehr. „Da wir die Tierart vor dem Aussterben bewahren wollen, müssen wir Antworten finden und ein wirkungsvolles Schutzkonzept entwickeln und umsetzen“, so Schneider. „Das ist ebenso Teil unserer Spurensuche.“

 

Weitere Informationen:

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